Wien, 24. Oktober
2007 – Nach einem Anstieg der Hotel- und Flugpreise im Jahr 2007 werden sich die
Tarife auch im Jahr 2008 weltweit weiter verteuern, so das zentrale Ergebnis des
Global Business Travel Forecast 2008 von American Express, dem weltweit
führenden Anbieter von Geschäftsreisen. Im Hotelsektor ist mit Teuerungsraten
bis zu 14 Prozent zu rechnen. Vor allem in Europa und Nordamerika ziehen die
Preise für Kurz- und Langstrecke mit bis 5 bzw. 10 Prozent an.
„Wir erwarten, dass im
weltweiten Durchschnitt die Kosten für eine Inlandsreise inklusive Flug,
Mietwagen und Hotelübernachtung um sechs Prozent oder 63 US-Dollar zunehmen
werden. Dadurch erhöhen sich die Durchschnittsreisekosten auf rund 1.110
US-Dollar. Für eine internationale Reise rechnen wir mit einem Zuwachs um
annähernd sieben Prozent oder rund 205 US-Dollar. Der Gesamtpreis steigt dadurch
auf 3.171 US-Dollar“, so Marc Hildebrand, Vice President und General Manager
American Express für Mitteleuropa.
Nachfrage-Boom bei
Flügen
2008 werden die Inlands-
und Kurzstreckenflüge in der Economy Class weltweit zwischen einem und vier
Prozent anziehen. Bei den Langstreckentarifen in der Business Class werden
Steigerungsraten zwischen fünf und acht Prozent erwartet. In Nordamerika und
Europa fallen die Preissteigerungen am stärksten aus. Zu den wichtigsten
preistreibenden Faktoren zählen das verbesserte Leistungsangebot der
Fluggesellschaften, die hohen Treibstoffpreise sowie die Konsolidierung in der
Luftfahrtbranche. Demgegenüber stehen preissenkende Faktoren wie effizientere
Flugzeuge mit höheren Kapazitäten und optimierte Arbeitsprozesse der
Fluggesellschaften, das Wachstum der Billigflieger, der stärkere Wettbewerb und
die größere Freiheit durch das „USA-EU Open Skies“-Abkommen.
Tabelle 1:
Entwicklung von Flugtarifen für 2008 (weltweit)
|
Region |
Veröffentlichte Flugpreise |
|
|
Inland /
Kurzstrecke (Economy Class) |
International / Langstrecke
(Business Class) |
|
Europa |
2-5 % |
6-10 % |
|
Nordamerika |
1-5 % |
5-10 % |
|
Asien-Pazifik |
1-3 % |
3-6 % |
|
LA&C |
1-2 % |
4-7 % |
|
Weltweit |
1-4 % |
5-8 % |
Im europäischen Raum wird
dennoch von einer spürbaren Erhöhung der Flugtarife 2008 ausgegangen. Die starke
Wirtschaft und die hohe Nachfrage nach Reisen in die Regionen Osteuropa,
Fernost, Südasien sowie nach transatlantischen Reiserouten tragen wesentlich zu
den Preiserhöhungen bei. Größere Erweiterungen der Kapazitäten auf den
bedeutenden Reiserouten werden nicht erwartet – von daher wird das Angebot an
Flügen weiterhin begrenzt bleiben. Die Einführung des neuen Airbus A380 wird
sich kurzfristig nicht bemerkbar machen. Gebremst wird der Preisanstieg jedoch
durch die weiterhin wachsende Bedeutung von Billigflug- Anbietern, die ihre
Marktanteile im Segment der Kurzstreckenflüge ausbauen. Dies gilt insbesondere
für die klassischen Billigflieger-Standorte Großbritannien und Deutschland. In
Großbritannien werden aufgrund dieser Entwicklung sogar sinkende Tarife um bis
zu zehn Prozent für Kurzstrecken erwartet. In Deutschland dürfte sich der
Preisanstieg für Kurzstrecken bei bis zu vier Prozent bewegen. In Frankreich
bleiben die Preise für Inlandsflüge aufgrund mangelnder Konkurrenz der
nationalen Fluggesellschaft und durch die Zunahme an Hochgeschwindigkeitszügen
nahezu unverändert.
Tabelle 2:
Entwicklung von Flugtarifen für 2008 (Europa)
Region
Veröffentlichte Flugpreise
|
Region |
Veröffentlichte Flugpreise |
|
|
Inland /
Kurzstrecke(Economy Class) |
International / Langstrecke (Business Class) |
|
Deutschland |
3-4
% |
6-8 % |
|
Frankreich |
0-2 % |
10-12% |
|
Schweden |
4-6
% |
6-8 % |
|
Großbritannien |
-5% - -10 % |
1-2 % |
|
Europ.
Raum |
2-5 % |
6-10 % |
Stark wachsende
Hotelpreise
Nach den Ergebnissen des
Global Business Travel Forecast wird der internationale Hotelmarkt auch 2008 ein
Verkäufermarkt bleiben. Die weiterhin hohe Nachfrage nach Hotelübernachtungen
und das nur gering wachsende Angebot an verfügbaren Zimmern werden – mit
Ausnahme von Nordamerika – die Hoteltarife weltweit um zweistellige Zuwachsraten
steigen lassen. So sind in den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika &
Karibik Preissteigerungen zwischen 18 und 22 Prozent in der mittleren und
Premium-Kategorie zu erwarten.
Insbesondere Hotels der
gehobenen Kategorie konnten in der Vergangenheit hohes Wachstum verbuchen – es
ist deshalb davon auszugehen, dass gerade die Hotelketten der unteren Kategorien
ihre Häuser künftig ausbauen und renovieren werden. Die Reisenden profitieren
von den neuen Annehmlichkeiten, werden hierfür jedoch auch höhere Preise zahlen
müssen.
Tabelle 3:
Entwicklung von Hoteltarifen für 2008 (weltweit)
|
Region |
Veröffentlichte Hotelpreise |
|
|
Mittlere
Kategorie |
Premium-Kategorie |
|
Europa |
12-14
% |
12-14 % |
|
Nordamerika |
4-7 % |
5-8 % |
|
Asien-Pazifik |
18-22 % |
18-22 % |
|
LA&C |
18-14 % |
18-22 % |
|
Welweit |
11-14 % |
11-14 % |
In Europa sind infolge der
steigenden Nachfrage nach Geschäftsreisen und der hohen Belegungsrate der Hotels
ebenfalls hohe Preissteigerungen zwischen 12 und 14 Prozent in der mittleren und
Premium-Kategorie zu erwarten. In Deutschland wird mit Preiserhöhungen zwischen
sieben und neun Prozent in der mittleren Kategorie gerechnet; in der
Premium-Kategorie zwischen zehn bis zwölf Prozent. Damit werden die Preise aber
weniger stark steigen als 2007, als die Mehrwertsteuer erhöht wurde. Die
Hoteltarife in den größten deutschen Städten werden um bis zu vier Prozent
teurer. Berlin bildet die Ausnahme – hier können die Tarife wegen
Überkapazitäten um bis zu zehn Prozent zurückgehen. Die
Fussball-Europameisterschaft wird temporär Einfluss auf die Preisentwicklung in
Österreich bzw. in der Schweiz nehmen.
Tabelle 4:
Entwicklung von Hoteltarifen für 2008 (Europa)
|
Region |
Veröffentlichte Hotelpreise |
|
|
Mittlere
Kategorie |
Premium-Kategorie |
|
Deutschland |
7-9 % |
10-12 % |
|
Frankreich |
9-11 % |
9-11 % |
|
Schweden |
15-17 % |
15-17 % |
|
Großbritannien |
19-22
% |
21-24 % |
|
Europa |
12-14 % |
12-14 % |
Mietwagen-Markt durch
Konkurrenzkampf geprägt
Trotz höherer
Fahrzeugkosten, zusätzlichen lokalen Verbrauchssteuern und Abgaben wird für 2008
nur mit moderat steigenden Mietwagentarifen gerechnet. In Europa steigen die
Mietwagenpreise zwischen einem und drei Prozent. Der Grund hierfür ist der
weiterhin sehr intensiv geführte Wettbewerb auf dem Mietwagen-Markt.
Tabelle 5:
Entwicklung der Mietwagentarife in Europa für 2008
|
Region |
Mietwagenpreise |
|
Frankreich |
1-3 % |
|
Deutschland |
1-3
% |
|
Schweden |
1-3 % |
|
Großbritannien |
1-3 % |
|
Europa |
1-3 % |
Ausblick auf weitere Länder und
Regionen:
Tabelle 6:
Entwicklung von Flug- und Hoteltarifen in Nordamerika für 2008
|
Region |
Veröffentlichte Flugpreise |
Veröffentlichte Hotelpreise |
|
|
Inland /
Kurzstrecke(Economy Class) |
International / Langstrecke(Business
Class) |
Mittlere Kategorie |
Premium-Kategorie |
|
USA |
1-5
% |
5-10% |
4-6 % |
5-7 % |
|
Kanada |
2-5 % |
7-10 % |
5-7 % |
6-8 % |
|
Nordamerika |
1-5 % |
5-10 % |
4-7 % |
5-8 % |
Insbesondere in den großen
US-Städten wird mit Hoteltarifsteigerungen von bis zu 14 Prozent gerechnet.
Preistreibend wirkt hier insbesondere die hohe Nachfrage gegenüber den
begrenzten Kapazitäten. Darüber hinaus haben die Hotels ihre Methoden zum
Ertragsmanagement verbessert, um ihren Profit zu maximieren.
Tabelle 7:
Entwicklung von Flug- und Hoteltarifen in Lateinamerika und der Karibik für 2008
|
Region |
Veröffentlichte Flugpreise |
Veröffentlichte Hotelpreise |
|
|
Inland /
Kurzstrecke(Economy Class) |
International / Landstrecke (Business Class) |
Mittlere
Kategorie |
Premium-Kategorie |
|
Argentinien |
4-7
% |
6-8 % |
10-15 % |
5-10 % |
|
Brasilien |
3-5 % |
6-9
% |
6-8 % |
5-7 % |
|
Mexiko |
(-6)-(-9) % |
3-5 % |
2-3 % |
3-5 % |
|
LAC |
1-2 % |
4-7 % |
9-12
% |
7-10 % |
Die Tariferhöhungen sind
auch hier auf die hohe Nachfrage und die hohen Treibstoffpreise
zurückzuführen.
Preissenkend wirken sich hingegen die wachsenden Kapazitäten bei Flügen, die
Expansion der Billig-Airlines und die für Ende 2008 geplanten neuen Hotelanlagen
der mittleren Kategorie aus.
Tabelle 8:
Entwicklung von Flug- und Hotelpreisen in Asien und der Pazifikregion für 2008
|
Region |
Veröffentlichte Flugpreise |
Veröffentlichte Hotelpreise |
|
|
Inland /
Kurzstrecke(Economy Class) |
International / Langstrecke
(Business Class) |
Mittlere
Kategorie |
Premium-Kategorie |
|
Australien |
1-3
% |
5-7
% |
9-14
% |
9-14
% |
|
China |
2-4
% |
4-6% |
11-16
% |
9-14
% |
|
Hongkong |
2-3
% |
5-7
% |
12-16
% |
13-17
% |
|
Indien |
-1-1
% |
0-2
% |
34-38
% |
38-41
% |
|
Japan |
3-5
% |
4-6
% |
7-10
% |
6-9
% |
|
Singapur |
-1-1
% |
2-4
% |
27-29
% |
27-29
% |
|
Asien-Pazifik |
1-3
% |
3-6 % |
18-22
% |
18-22
% |
Zu erwarten ist, dass die
Olympischen Spiele in China die Preise und das Wirtschaftswachstum in der Region
ankurbeln werden. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass die Bevölkerung
selbst zunehmend mobiler wird. Im Luftfahrtbereich werden vor allem die hohen
Treibstoffkosten, die verbesserte Ausstattung der Flugzeuge, die rapide
zunehmende Nachfrage sowie die Konsolidierung der Fluggesellschaften für
Preissteigerungen sorgen. Abhilfe bei den Kapazitätsproblemen soll insbesondere
der Airbus A380 schaffen. Dem entgegen steht die Expansion der Billigflieger.
Die hohen Grundstück- und Baukosten gepaart mit dem Wettkampf zwischen Freizeit-
und Geschäftsreisenden sorgen für steigende Preise im Hotelsektor.
Weitere Trends für das Jahr 2008
Änderungen bei
Prozessen und Unternehmensrichtlinien
„Um steigende Kosten
besser in den Griff zu bekommen, sollten Unternehmen ihre
Geschäftsabläufe im
Reisemanagement überdenken, und bei der Implementierung von neuen Prozessen
insbesondere das Top-Management stärker involvieren“, sagt Marc Hildebrand.
Details einer neuen Geschäftsreise-Politik müssten in Zukunft noch besser
kommuniziert werden.
Mögliche Maßnahmen
zur Kontrolle von Kosten und Compliance
§
Weniger Nutzung von
erstattungsfähigen Flugtarifen
§
Verstärkte Nutzung von
Frühbucherrabatten
§
Konkretere Bestimmung,
wann First- bzw. Business-Class Raten genutzt werden können
§
Stärkerer Fokus auf
Online-Buchungen
§
Verstärkte Zusammenarbeit
mit bevorzugten Dienstleistern, insbesondere im
Hotelbereich
Von Öko-Initiativen
zur „nachhaltigen Geschäftsreise“
Von Unternehmen wird
erwartet, dass sie sich stärker für Nachhaltigkeit auch auf dem Sektor
Geschäftsreisen engagieren. Dazu zählt nicht nur umweltbewussteres Reisen,
sondern auch die Sicherheit der Reisenden.
Vor allen Dingen werden
Unternehmen zunehmend berücksichtigen müssen, welche